Impuls- und Beratungsstelle für den Religionsunterricht

Impressum


Lehrplan Religion der Katholischen Landeskirche Schaffhausen

 

A. Religion und Menschsein

Religion ist ein grundlegendes Faktum in den Kulturen der Menschheitsgeschichte. Religion und religiöse Vorstellungen zeigen sich in Kunst, Musik, Literatur, Politik, in gesellschaftlichen Veränderungen, im Handeln und Verhalten der Menschen.

Religion ist ein wesentliches Grundphänomen menschlicher Existenz. „Religiös sein bedeutet, leidenschaftlich nach dem Sinn unseres Lebens zu fragen … Eine solche Auffassung macht die Religion zu etwas universal Menschlichem … Religion ist in ihrem wahren Wesen … das Sein des Menschen, sofern es ihm um den Sinn seines Lebens und Daseins überhaupt geht.“ (Paul Tillich, zitiert in: Hilger; Leimgruber; Ziebertz: Religionsdidaktik. München: 2001, S. 117.)

B. Religion und Schule

Religion und Religiosität gehören untrennbar zum Menschsein. Als Grundkonstante menschlichen Lebens muss Religion durch Schule und Erziehung entfaltet, begleitet und zur Reife gebracht werden. Gerade gegen weltanschauliche Gleichgültigkeit auf der einen und fundamentalistische Engführungen auf der anderen Seite muss es Ziel einer religiösen Bildung sein, die religiöse Reife, Toleranz, Differenzierungsfähigkeit und Verwurzelung der Heranwachsenden zu begleiten und zu fördern. „Religion als erkennbare Dimension der Wirklichkeit verdient es, im schulischen Kontext aufgedeckt, reflektiert und gebildet zu werden.“ (Paul Tillich, zitiert in: Hilger; Leimgruber; Ziebertz: Religionsdidaktik. München: 2001, S. 109.)

In der Religion geht es um die Selbstdefinition des Menschen von einer existentiellen Tiefe her und um seine soziale Verantwortung, die sich aus einer solchen Verwurzelung ergibt. Reife Religiosität als Bildungsund Erziehungsziel hat also immer auch zu tun mit den allgemeinen Zielen der Schule: Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

C. Religion und Christentum /
Religion und Kirche

Jede Gesellschaft ist geprägt durch weltanschauliche und religiöse Vorstellungen. Diese Vorstellungen sind gewachsen. In einem langen Prozess wurde unsere Kultur geprägt durch die christliche Religion. Die Kirchen haben diese religiösen Vorstellungen überliefert und bis heute bewahrt. „Die zentralen Wurzeln der europäischen Kultur liegen zweifelsohne im Christentum.“(Paul Tillich, zitiert in: Hilger; Leimgruber; Ziebertz: Religionsdidaktik. München: 2001, S. 119.)

Die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden und Suchenden kann ein Ort sein, wo man offen und ehrlich die Grundfragen des Menschseins diskutiert, um Antworten ringt, miteinander auf der Suche bleibt und das Geheimnis des Unaussprechbaren feiert.

Die Kirche muss ihre Praxis aber auch immer wieder kritisch befragen. In der Auseinandersetzung mit Kindern und Jugendlichen begegnet die Kirche kritischen Anfragen, an denen sie sich weiterentwickeln kann. Deshalb ist Religionsunterricht einerseits Dienst der Kirche an der Jugend. Er ist andererseits aber auch (prophetisch-kritischer) Dienst der Jugend an der Kirche.

Der Religionsunterricht hat durchaus religionskundliche Aspekte. Religionsunterricht hat aber auch die Praxis gelebter Religiosität im Blickfeld. Eine reife Religiosität zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass sie ganzheitliche Ausdrucksformen entwickelt hat und diese sinnvoll in das persönliche und öffentliche Leben integrieren kann. Die Kirche verstanden als Gemeinschaft der Glaubenden kann ein konkreter Ort sein, wo diese Ausdrucksformen gelebt werden.

D. Ziele des Lehrplans

Der Lehrplan für das Fach Religion will

  • ausgehend von Grundthemen eine sinnvolle religiöse Bildung und Erziehung fördern.
  • den Religionslehrkräften als verbindliches Planungs- und Reflexionsinstrument für ihre Tätigkeit dienen.
  • den Eltern, Gemeinden und Bildungsverantwortlichen in Kirche und Kanton die Vielfalt und Bedeutung des Faches Religion transparent machen.
Dieser Lehrplan ist ein Kompromiss zwischen den Forderungen einer sinnvollen Theorie und den Möglichkeiten einer konkreten Praxis vor Ort. Dieser Kompromiss muss auch im Unterrichtsalltag immer wieder neu gefunden werden.

E. Grundthemen

Der Lehrplan für das Fach Religion der Katholischen Landeskirche Schaffhausen sieht folgende Grundthemen oder Themenlandschaften vor:

  1. 1   Leben / Sinn
  2. 2   Gebet / Spiritualität
  3. 3   Sprachverständnis
  4. 4   Symbolverständnis
  5. 5   Bibel
  6. 6   Jesus
  7. 7   Gott / Welt
  8. 8   Kirche / Sakramente
  9. 9   Religionen
  10. 10  Ethik
Im Bereich der Oberstufe finden in Schaffhausen nicht immer die wöchentlichen Lektionen statt. Auch Blockveranstaltungen sind möglich, die sich inhaltlich am Lehrplan orientieren.

Lehrplan als PDF-Datei in neuem Fenster zum ausdrucken Unterstufe Mittelstufe Oberstufe
1.Schuljahr 2.Schuljahr 3.Schuljahr 4.Schuljahr 5.Schuljahr 6.Schuljahr 7.Schuljahr 8.Schuljahr 9.Schuljahr
1
Leben / Sinn Religionsunterricht geht aus von der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen. Diese Lebenssituation gilt es auf allgemeinmenschliche Hintergründe zu befragen und in Beziehung zu bringen mit den Aussagen des Glaubens. Denn in Deutungen des Lebens durch die Religion kommen in diesen Lebensfragen die ur-alten, die Ur-Fragen des Menschen zum Ausdruck.

Die tiefsten Lebensfragen kreisen um die Frage nach dem Sinn. Die Sinnfrage ist eine zentrale Fragestellung, in der sich die religiöse Dimension menschlicher Existenz zeigt.
Mein Name / meine Klasse / IchDie Schülerinnen und Schüler nehmen wahr, dass sie sowohl als Individuum als auch als Mitglied einer Gruppe leben. Meine FamilieDie Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Herkunft aus einer Familie, nehmen wahr, dass es verschiedene Familienformen gibt und werden sich ihrer eigenen Verantwortung in der Familie bewusst. Freundschaft / Alltagserfahrun-
genDie Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Freundschaft wesentlich zu unserem Menschsein dazugehört. Sie reflektieren ihre eigenen Freundschaften, setzen sich mit dem Scheitern von Freundschaft auseinander und lernen, ihre Alltagserfahrungen mit grundsätzlichen Menschheitsfragen in Zusammenhang zu bringen.
Ich-Du-Wir / Weggemein-
schaft / Schuld, VersagenDie Schülerinnen und Schüler reflektieren die Spannung menschlichen Lebens zwischen Individualität und Sozietät. Sie nehmen verschiedene Sozialformen menschlichen Lebens, insbesondere die Familie, Klassengemeinschaft und Gemeinde als „Weggemeinschaft“ wahr. Sie setzen sich mit dem Scheitern von Gemeinschaft, mit Schuld und Versagen auseinander.
Angst, Vertrauen / Leben, Sterben, TodDie Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Grundphänomen der Angst. Sie erkennen, dass vertrauen können wesentlich zu einem gelungenen Menschsein dazugehört und Angst überwinden hilft. Sie setzen sich mit der Grenzerfahrung von Sterben und Tod auseinander und lernen verschiedene Antwortmöglichkeiten zu dieser herausfordernden Anfrage an unser Leben kennen. Wer bin ich? / Fähigkeiten, GrenzenDie Schülerinnen und Schüler nehmen sich bewusst als Original wahr und erkennen in der Reflexion über sich selbst ihre besonderen Fähigkeiten und ihre Begrenzungen. Ich in der Gruppe – Die Gruppe und ichDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Dynamik in ihrer Lerngruppe auseinander und nehmen sich als Teil dieser Gruppe wahr. Meine Träume und ZieleDie Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Zukunftsvisionen, insbesondere ihre Ausbildungs- und Berufsziele. Freundschaft, Liebe, Sexualität Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Frage, was zu einer tragfähigen Freundschaft gehört. Sie setzen sich mit ihrer eigenen Sehnsucht nach und Fähigkeit zur Liebe auseinander. Sie reflektieren Elemente einer menschenfreundlichen und verantwortlichen Sexualmoral.
2
Gebet / SpiritualitätIm Gebet bringt der Mensch seinen „innersten Seelenzustand“ zum Ausdruck.

Spiritualität heisst u. a. die Verwurzelung des eigenen Lebens in einem göttlichen Ur- Grund vertiefen und pflegen.
Stilleübungen / Gebet / Kräfte-
schulungIn Übungen der Stille finden Schülerinnen und Schüler einen Zugang zur eigenen Mitte. Sie entdecken die Stille als Möglichkeit, aus der Hektik und Unruhe des Alltages auszusteigen.

Sie erfahren das Gebet als Möglichkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen und auf vielfältige Art und Weise auszudrücken.

Sie setzen sich mit ihren eigenen Fähigkeiten und Begabungen meditativ auseinander.
VaterunserDie Schülerinnen und Schüler lernen das Vaterunser als Grundgebet aller Christen kennen und reflektieren seine Aussagen auf menschliche Ur-Sehnsüchte hin. Lieder / Gebärden / sakraler TanzDie Schülerinnen und Schüler erfahren Lieder, Gebärden und Tanz als Ausdrucksmöglichkeiten und als Geborgenheit schenkende Formen von Spiritualität und Gebet. Gebete in anderen Kulturen und ReligionenDie Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Menschen verschiedener Kulturen und Religionen das Gebet als Ausdrucksform kennen. Sie setzen sich mit Gebeten anderer Religionen auseinander und lernen darin einige der gemeinsamen Grundanliegen aller Religionen kennen. Psalmen, GebeteDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Formen des Gebets auseinander. Sie lernen die Psalmen kennen als religiösen Ausdruck urmenschlicher Erfahrungen. MeditationDie Schülerinnen und Schüler erfahren in der Meditation eine Möglichkeit, zur Ruhe, zu sich selbst zu kommen und auf die innere Stimme zu hören. Beten – wozu eigentlich?Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den problematischen Erfahrungen des Betens auseinander und suchen nach tragfähigen Formen und Begründungen für Gebet und Spiritualität. Gebet - Aus-
druck einer per-
sönlichen WeltanschauungDie Schülerinnen und Schüler reflektieren den Inhalt verschiedener Gebet und/oder Bekenntnisse und erkennen, dass sich darin eine bestimmte Sicht und Deutung der Welt äussert.
Wege zu mir selbstDie Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Möglichkeiten kennen, über sich selbst Klarheit zu gewinnen: z. B. Methoden des Feedback, Typologien, Spiele.
3
SpracheSprache kann u. a. als Versuch des Menschen bezeichnet werden, das, was ihn bewegt und beschäftigt, zum Ausdruck zu bringen.

Religiöse Sprache unterliegt einer eigenen „Gesetzmässigkeit“. Das Verständnis für diese „Grammatik religiöser Sprache“ ist Grundvoraussetzung dafür, mit religiösen Texten, insbesondere mit denjenigen der Bibel, angemessen umgehen zu können.

Reife Religiosität zeichnet sich u. a. dadurch aus, eine eigene Sprache für das Religiöse entwickelt zu haben.
BildspracheDie Schülerinnen und Schüler erfahren in der Bildsprache, dass das Denken in Bildern zum Menschen dazugehört. Gedichte / GeschichtenDie Schülerinnen und Schüler lernen Gedichte und Geschichten als Sprachform kennen, die ganzheitlich Sinn vermitteln. GleichnisseDie Schülerinnen und Schüler lernen Gleichnisse als biblische Sprachform kennen. In den Gleichnissen der Bibel, die spezifisch auf die Erstkommunionvorbereitung hin ausgewählt werden können, setzen sie sich mit der Grundbotschaft Jesu auseinander. Redensarten / Sprichwörter Die Schülerinnen und Schüler reflektieren an Hand von Redensarten und Sprichwörtern Mehrdeutigkeit und Hintergründigkeit der Sprache. Fabeln / GedichteDie Schülerinnen und Schüler erörtern die Grundaussagen von verschiedenen Fabeln und Texten und setzen sich mit der Vielschichtigkeit der Sprache auseinander. LegendenDie Schülerinnen und Schüler lernen die Legende als spezifisch religiöse Textgattung mit ihren eigenen Gesetzmässigkeiten kennen. MärchenDie Schülerinnen und Schüler entdecken Märchen als Möglichkeit, Tiefgründiges über das menschliche Leben zum Ausdruck zu bringen. Hintergründig-
keit der SpracheDie Schülerinnen und Schüler reflektieren über die Hintergründigkeit der Sprache und die Notwendigkeit von Interpretation und Deutung.
Glaubensaussa-
gen in moderner Musik / KunstDie Schülerinnen und Schüler befragen moderne Kunst und Musik auf ihre (religiösen) Aussageabsichten und lernen diese so in ihrer Hintergründigkeit zu deuten.
4
SymbolDas Wesentliche lässt sich nicht in Worten, das Wesentliche lässt sich nur in Symbolen ausdrücken. Das Symbol ist die Sprache des „inneren Menschen“.

In der Auseinandersetzung mit Symbolen wird den Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit geboten, ihr eigenes Leben vor dem Hintergrund dieser Symbole zu deuten und besser zu verstehen.

Gleichzeitig bekommen sie eine Ahnung von der grundsätzlichen Bedeutung der Symbolik für das menschliche Leben im Allgemeinen und für die Religion im Besonderen.
Herz, Kreuzzeichen, Schöpfungs-
symboleDie Schülerinnen und Schüler erleben diese Symbole als ganzheitliche Ausdrucksformen.
Stein, Tür, Wasser, Weg, BrückenDie Schülerinnen und Schüler erfahren in diesen Symbolen etwas von der Tiefenstruktur des Lebens und der Hintergründigkeit des Daseins. Brot, Wein, Osterkerze, Tischgemein-
schaftDie Schülerinnen und Schüler erkennen, dass in diesen religiösen Symbolen Grundanliegen des Menschen zum Ausdruck kommen.
Kreuz / Kreis / Mandala / LabyrinthDie Schülerinnen und Schüler setzen sich durch die Beschäftigung mit diesen Symbolen mit ihrem eigenen Leben, ihrem eigenen Lebensweg auseinander. Gesten / Riten / RitualeDie Schülerinnen und Schüler erfahren Riten und Rituale als haltgebende, Geborgenheit schenkende „Symbolhandlungen“. Sie lernen Gesten als Ausdruck einer tiefer liegenden Haltung kennen. Taube, Feuer, Wasser, Sturm Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den biblischen Symbolen für den Heiligen Geist, die Geistkraft Gottes. Sie lernen dabei die Dynamik der biblischen Gottesbilder kennen. Symbol, Zeichen, KlischeeDie Schülerinnen und Schüler verstehen, was ein Symbol ist. Sie lernen Symbol und Zeichen zu unterscheiden. Sie lernen das Klischee als „totes Symbol“ verstehen. Symbol – Sprache der ReligionenDie Schülerinnen und Schüler entdecken, dass es in allen Religionen Symbole gibt und dass das Symbol die Grundsprache der Religionen ist. Symbol und Traum Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sich in Imaginationen und Träumen Symbole zeigen, die etwas mit uns und unserem Leben zu tun haben.
5
BibelDie Bibel gehört zum Grundbestand bedeutender Literatur in unserem Kulturkreis. Viele Zusammenhänge unserer Kultur lassen sich nur verstehen durch den Einfluss der biblischen Texte.

In den Texten der Bibel spiegeln sich grundlegende Erfahrungen des Menschen, die als solche Grund-Erfahrungen bis heute von Bedeutung sind. In der Auseinandersetzung mit der Bibel wird deutlich, dass „die Bibeltexte mit ureigenen Fragen der Menschen zu allen Zeiten und auch schon der Kinder korrelieren.“(Oberthür: Kinder fragen nach Leid und Gott. München: 1998, S. 12.)

Die Texte, Weisheiten und Geschichten der Bibel können als Spiegel dienen, in dem die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Leben reflektieren.
Schöpfung / JosephDie Schülerinnen und Schüler lernen in biblischen Texten zur Schöpfung das Staunen über das Geheimnis der Welt. Sie lernen die Schöpfungsaussagen der Bibel als Wertschätzung für die gesamte Natur verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen in Joseph eine Gestalt kennen, die trotz aller Schwierigkeiten durch Vertrauen auf Gott immer wieder einen Weg findet.
Die goldene RegelDie Schülerinnen und Schüler lernen den Wortlaut der goldenen Regel (z. B. Mt 7,12) und deren Bedeutung kennen. AbendmahlDie Schülerinnen und Schüler erfahren in den biblischen Texten zum Abendmahl, dass Jesus ein Gottesbild vertritt, das für Liebe, Gemeinschaft, Freude und Versöhnung steht. Kain und Abel / Noah / Turmbau zu Babel Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Phänomen des Leides, mit der Möglichkeit des Menschen zu Aggression und Gewalt anhand der Geschichte von Kain und Abel auseinander.

Die Schülerinnen und Schüler begegnen in Noah einem Menschen, der sich auf Gott verlässt und durch sein Verhalten ein Weiterbestehen des Lebens auf der Erde ermöglicht.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren anhand der Geschichte des Turmbaus zu Babel die Grenzen menschlicher Möglichkeiten.
Mose / Vätergeschich-
ten Die Schülerinnen und Schüler lernen Mose und seine Gotteserfahrung kennen.

Sie erfahren in den Vätergeschichten der Bibel Grunddimensionen menschlichen Lebens, wie z. B. Beruf(ung), seinen eigenen Weg finden …
Aufbau der Bibel / Um-
gang mit der Bibel / Wun-
dergeschichtenDie Schülerinnen und Schüler lernen den Aufbau der Bibel kennen und sich in der Bibel zurecht zu finden.

Sie lesen die Wundergeschichten als Hoffnungstexte für ein ganzheitliches Leben.
Entstehung der Bibel / GleichnisseDie Schülerinnen und Schüler erfahren, wie die Bibel entstanden ist.

Sie lernen anhand ausgewählter Gleichnisse über Grundfragen des Menschseins zu diskutieren.
Biblische Texte kritisch lesenDie Schülerinnen und Schüler lernen anhand ausgewählter Texte die spezifische Herausforderung biblischer Texte und entsprechende Versuche kennen, mit diesen Texten umzugehen. Propheten – kritische ZeitgenossenDie Schülerinnen und Schüler lernen die sozial-, religions- und gesellschaftskritische Bedeutung der Propheten kennen und setzen diese in Beziehung zu heutigen Erfahrungen.
6
JesusJesus von Nazareth gehört für viele Menschen – auch für Nicht-Christen – zu den Bedeutenden menschlicher Geschichte.

In der Begegnung mit Jesus und seiner Botschaft können Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten entdecken, ihr Leben vertrauend und sinnvoll zu gestalten.
Jesus-
geschichtenDie Schülerinnen und Schüler lernen folgende Geschichten kennen und setzen sich damit auseinander: Die Geburt Jesu; der Besuch der Weisen; der Zwölfjährige im Tempel; die Berufung der Jünger; Jesus der Kinderfreund; der Seesturm; Jesus und Bartimäus; Jesu Einzug in Jerusalem; Jesu Tod und Auferstehung.
Das Gottesbild JesuDie Schülerinnen und Schüler erfahren im Gleichnis vom barmherzigen Vater, in der Begegnung Jesu mit Zachäus und im Bild vom Guten Hirten, welches Bild von Gott Jesus verkündet und lebt. Mahlgemein-
schaften JesuDie Schülerinnen und Schüler erkennen, dass in den Begegnungen zwischen Jesus und den Menschen, in seiner Mahlgemeinschaft mit ihnen etwas von der Menschenfreundichkeit Gottes zum Ausdruck kommt.
Jesus und die AussenseiterDie Schülerinnen und Schüler erfahren, wie Jesus mit Aussenseitern der damaligen Zeit umgegangen ist und reflektieren die Situation von Aussenseitern in ihrem Lebensumfeld. Leidens-
geschichte JesuDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Leiden und Sterben Jesu auseinander und erkennen darin Grunderfahrungen vieler Menschen bis heute.
Jesus – Person, Umwelt, BotschaftDie Schülerinnen und Schüler lernen die zeitlichen und räumlichen Hintergründe der Lebenszeit Jesu kennen. Sie lernen vor diesen Hintergründen seine Person und das Wesentliche seiner Botschaft verstehen. Jesus und die PharisäerDie Schülerinnen und Schüler lernen in der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern die dahinter liegenden Unterschiede in der Glaubens- und Lebenshaltung kennen. Jesus – ausserhalb der KirchenDie Schülerinnen und Schüler nehmen die unterschiedlichen Deutungen und Würdigungen Jesu ausserhalb der christlichen Kirchen wahr. Auferstehung JesuDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu als Wesensmerkmal christlicher Glaubensüberzeugung auseinander.
7
Gott / WeltIn der Art und Weise, wie der Mensch über Gott redet, zeigt sich etwas von seinem Bezug zur Welt.

In der Rede über Gott versuchen die Religionen etwas über das letzte, unergründliche Geheimnis des Seins zum Ausdruck zu bringen.

Das Staunen über die Welt führt zu der Frage, wem wir diese Welt verdanken.
Horizonte öffnen / ErntedankDie Schülerinnen und Schüler lernen über das Geheimnis staunen, das sich in und hinter der Natur verbirgt.

Sie erleben im Feiern des Erntedankfestes eine Möglichkeit, unser Staunen und unsere dankbare Ergriffenheit zum Ausdruck zu bringen.
Gott – Vater/Mutter Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiednen Gottesbildern auseinander. Im Gottesbild vom Vater oder von der Mutter kommt etwas von der Fürsorge und Menschenfreundlichkeit Gottes zum Ausdruck. Gott – ein GeheimnisDie Schülerinnen und Schüler reflektieren die Grenzen unserer Gottesvorstellungen. Gott bleibt – bei allen Versuchen, etwas über Gott zu sagen – ein Geheimnis. Schöpfungs-
verantwortung / SchöpfungstexteDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Verhältnis von Gott und Welt auseinander: Wer an Gott glaubt, dem kann die Schöpfung Gottes nicht gleichgültig sein.
Gottes-
vorstellungen / GottesbilderDie Schülerinnen und Schüler bringen ihre Gottesvorstellungen zum Ausdruck und setzen sich vertieft mit ihnen auseinander.
Gott im Mitmenschen / Nachfolge Jesu / Freundschaft Die Schülerinnen und Schüler erfahren gelebte Mitmenschlichkeit als Möglichkeit der Gottesbegegnung.

Sie setzen sich damit auseinander, was „Nachfolge Jesu“ heute bedeuten kann.

Sie denken über Freundschaft und das, was wir in der Freundschaft erleben, nach.
Zweifel an GottDie Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Einstellung zur Gottesfrage und lernen, sich mit Zweifeln an Gott auseinanderzusetzen. Weltgestal-
tende Impulse des Glaubens / Glaube und PolitikDie Schülerinnen und Schüler erfahren die Bedeutung von Glaubenseinstellungen für das Handeln und Weltgestalten der Menschen.

Sie setzen sich kritisch mit der sozialen und politischen Dimension des Glaubens und der Religion auseinander.
Schöpfungs-
glaube, Naturwissen-
schaftDie Schülerinnen und Schüler lernen religiöse und naturwissenschaftliche Aussagen als verschiedene Zugangsweisen zur Wirklichkeit kennen und in ihrer Eigenheit voneinander unterscheiden.
8
Kirche / SakramenteDie Kirche als Glaubensgemeinschaft ist der Ort, wo Glauben konkret mit anderen gelebt werden kann.

In den Sakramenten feiern die Menschen dieser kirchlichen Glaubensgemeinschaft symbolisch verdichtet das, was in ihrem Glauben und Leben von Bedeutung ist.
Pfarrkirche / Name, Namenspatron / Martin, NikolausDie Schülerinnen und Schüler entdecken die Pfarrkirche als Versammlungsort ihrer Pfarrgemeinde.

Sie setzen sich mit ihrem Namen auseinander und erfahren, dass es zu verschiedenen Namen bekannte Vorbilder gibt.

Sie lernen in den Heiligen Martin und Nikolaus Menschen kennen, der beispielhaft die Nachfolge Jesu gelebt haben. Sie erleben das entsprechende Brauchtum als sinnstiftend und gemeinschaftsfördernd.
Feste im Kirchenjahr /
Hl. Barbara / VersöhnungDie Schülerinnen und Schüler lernen die Feste des Kirchenjahres kennen.

Sie erfahren im Brauchtum zur hl. Barbara die bergende Kraft von Ritualen und Bräuchen.

Sie erleben die Vorbereitung auf die Versöhnungsfeier und ihre Gestaltung als Möglichkeit, sich mit den eigenen Schattenseiten konstruktiv auseinanderzusetzen (siehe 4. Schuljahr).
Taufe, Ver-
söhnung, Eu-
charistie(feier) / Ostern / Maria, FranziskusDie Schülerinnen und Schüler lernen Aufbau, Bedeutung und Hintergründe zu Taufe, Versöhnung und Eucharistiefeier kennen.

Sie setzen sich mit der Bedeutung des Osterfestes auseinander.

Sie erkennen in Maria und/oder Franziskus Menschen, die auf der Suche nach Gott waren.
Versöhnung / Advent / WeihnachtenDie Schülerinnen und Schüler erleben die Vorbereitung auf die Versöhnungsfeier und ihre Gestaltung als Möglichkeit, sich mit den eigenen Schattenseiten konstruktiv auseinanderzusetzen (siehe 2. Schuljahr).

Sie erfahren die Advents- und Weihnachtszeit mit ihren liturgischen und traditionellen Besonderheiten.
Kirchenjahr / Sakramente / BusseDie Schülerinnen und Schüler finden sich im Ablauf der kirchlichen Feste zurecht.

Sie setzen sich mit den Sakramenten und ihrer Bedeutung auseinander.

Sie lernen die Chancen des Busssakramentes kennen.
Firmung / Pfingsten / GeistkraftDie Schülerinnen und Schüler bereiten sich auf ihre Firmung vor.

Sie setzen sich mit der Bedeutung des Pfingstfestes auseinander.

Sie lernen die biblische Vorstellung vom Heiligen Geist bzw. der Geistkraft Gottes verstehen.
Verschiedene Konfessionen / Maximilian Kolbe, Oscar A. RomeroDie Schülerinnen und Schüler nehmen die unterschiedlichen christlichen Konfessionen wahr.

Sie lernen mit Maximilian Kolbe und Oscar Romero zwei Vertreter der Kirche aus dem 20. Jahrhundert kennen, die ihren Glauben in einer schwierigen Umgebung gelebt haben.
Kirche und Jugend / Martin L. KingDie Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Verhältnis zur Kirche und das Verhältnis der Kirche zu ihnen.

Sie lernen in Martin L. King einen Menschen kennen, der u. a. durch seinen Glauben und die daraus abgeleitete Haltung der Gewaltlosigkeit wichtige Ziele erreicht hat.
Jugend-
gottesdienstDie Schülerinnen und Schüler erfahren im Planen und Gestalten eines Jugendgottesdienstes, dass sie im Raum der Kirche ernstgenommen werden.
9
ReligionenDie grundsätzlich jedem Menschen eigene Fähigkeit zur Religiosität (siehe A. Religionen und Menschsein) äussert sich in den verschiedenen Religionen.

In der Auseinandersetzung mit anderen Religionen wird es möglich, den eigenen Standpunkt zu reflektieren und Toleranz gegenüber anderen Standpunkten einzuüben.
Menschen glauben und vertrauenDie Schülerinnen und Schüler stellen fest, das alle Menschen glauben. Vertrauen gehört zum Menschsein und menschlichen Zusammenleben. Religionen und Konfessionen bei unsDie Schülerinnen und Schüler nehmen die verschiedenen Konfessionen und Religionen in ihrem Lebensumfeld wahr und setzen sich mit den Hintergründen dieser Vielfalt auseinander. Feste in anderen Religionen / Das PessachfestDie Schülerinnen und Schüler erfahren, wie Menschen anderer Religionen ihre Feste feiern. Sie lernen die Bedeutung des jüdischen Pessachfestes kennen. Naturfrömmig-
keit / Die Mitte der WeltDie Schülerinnen und Schüler erkennen in der Naturfrömmigkeit verschiedener ursprünglicher Kulturen alternative Möglichkeiten religiösen Lebens.

Sie erfahren in der Symbolik von der „Mitte der Welt“, dass Menschen aller Kulturen auf der Suche nach einem einenden Zentrum, einer haltgebenden Mitte sind.
Judentum / IslamDie Schülerinnen und Schüler lernen Entstehung, Hintergründe und Bedeutung der jüdischen und der muslimischen Religion kennen. Verschiedene Glaubensbe-
kenntnisseDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Glaubensbekenntnisse aus unterschiedlichen Religionen auseinander und reflektieren dabei ihren eigenen Standpunkt.
Natur-
frömmigkeitDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ursprünglichen Kulturen und deren religiösen Vorstellungen auseinander.
HinduismusDie Schülerinnen und Schüler lernen den Hinduismus als komplexe und vielschichtige Religion kennen. BuddhismusDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Grundaussagen des Buddhismus auseinander.
10
EthikJede Religion kennt mehr oder weniger differenzierte ethische Vorstellungen und Forderungen, die das Zusammenleben der Menschen regulieren.

Gemeinsame Wertvorstellungen prägen das Zusammenleben einer Gruppe oder einer Gesellschaft.
Umgang in der Klasse / Klassenregeln / TeilenDie Schülerinnen und Schüler machen sich bewusst, welche Umgangsformen unter ihnen gelten sollen und üben diese Formen ein.

Sie machen im Teilen die Erfahrung von Gemeinschaft (siehe auch 2. und 3. Schuljahr).
Gut und Böse / Schuld / Ge-
wissensbildung / TeilenDie Schülerinnen und Schüler erleben, dass die Unterscheidung zwischen gut und böse für das Zusammenleben von Bedeutung ist, dass diese Unterscheidung aber nicht immer einfach geleistet werden kann.

Sie setzen sich mit der Frage nach der Schuld auseinander und lernen das Gewissen als „innere Stimme“ kennen, die uns wichtige Impulse gibt.
Gerechtigkeit / TeilenDie Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den verschiedenen Vorstellungen von Gerechtigkeit auseinander.

Sie lernen das Teilen als Möglichkeit kennen, Ungerechtigkeit zu mildern oder zu beseitigen.
Die Goldene RegelDie Schülerinnen und Schüler suchen nach sinnvollen Regeln für das Zusammenleben der Menschen und lernen in der Goldenen Regel eine allen Religionen bekannte Grund-Regel kennen. Der DekalogDie Schülerinnen und Schüler reflektieren die Weisungen des Dekaloges und setzen sich mit seiner Bedeutung für unsere Zeit und Gesellschaft auseinander. Das dreifache Gebot der LiebeDie Schülerinnen und Schüler erfahren die Herausforderung der Jesus-Botschaft, die einlädt zu Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe. Gewalt und Gewaltlosigkeit Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Phänomen der Gewalt auseinander. Sie lernen Formen der gewaltlosen Auseinandersetzung kennen. RassismusDie Schülerinnen und Schüler diskutieren den Rassismus, seine Hintergründe und Auswirkungen. Sie machen sich rassistische Vorstellungsmodelle und Zusammenhänge in ihrer Umgebung bewusst. Werte / Was ist mir wichtig?Die Schülerinnen und Schüler fragen nach dem, was ihnen in ihrem Leben wichtig ist.

Sie setzen sich dadurch mit ihren persönlichen Wertvorstellungen auseinander und entdecken die Notwendigkeit, Werte in einer sinnvollen Balance zu leben.